Steigender Besetzungsgrad von Autos durch Einsatz innovativer Maßnahmen und technischer Instrumente (ICARO)
Themengebiet: Mobilität & Transport
Branche: Verkehr & Nachrichtenübermittlung Fahrzeugbau
Technikfeld: Informations- & Kommunikationstechnik
Kurzbeschreibung: Obwohl der durchschnittliche Besetzungsgrad der Autos bisher stetig abgenommen hat ist es unter den heutigen Rahmenbedingungen praktisch unmöglich, mit einzelnen gezielten Massnahmen den Besetzungsgrad rasch und spürbar zu erhöhen. Isolierte Massnahmen führen je für sich nicht zur Bildung von zahlreichen neuen Fahrgemeinschaften, sie vermögen allenfalls ein weiteres Absinken des Besetzungsgrades aufzuhalten. Umfassende Massnahmen-Bündel konnten bisher in Europa nicht realisiert werden, sie würden in der Schweiz an vielen Orten mit der Förderung des öffentlichen Verkehrs mehr oder weniger stark kollidieren. Der Grund für diese Situation liegt im Wesentlichen darin, dass die Preise zur Benützung des Autos so niedrig sind, dass sich die meisten Erwerbstätigen problemlos ein Auto leisten können und sie die Flexibilität des Autofahrens der Koordination in einer Fahrgemeinschaft vorziehen. Mitfahrzentralen können nicht wirkungsvoll und kostendeckend arbeiten, weil ohne persönliche Betreuung
der Interessenten kaum regelmässige Fahrgemeinschaften im Pendlerverkehr gebildet werden können. Der Einsatz des Internet könnte eines Tages den laufenden Informationsaustausch über leere Plätze erleichtern, doch bisher beschränkt sich der bescheidene Erfolg von Internet-Mitfahrzentralen auf gelegentliche Langstrecken-Fahrten. Im Pendlerverkehr gibt es dazu keine dauernden positiven Erfahrungen. Die Technologie wäre zwar bereit, doch kann sie die persönliche Kontaktnahme nicht ersetzen. Insgesamt sind fast alle Versuche in Europa eher enttäuschend verlaufen. Der Weg zu einem wesentlich höheren Besetzungsgrad kann nur über den Aufbau besserer Rahmenbedingungen (sprich Verteuerung und Begrenzung des MIV) und über ein anderes Verständnis des Autos als Transportmittel und dann erst über einzelne Massnahmen führen. Dies schliesst nicht aus, dass aus spezifischen verkehrstechnischen Gründen, etwa im Stau-Management, Massnahmen realisiert werden, die auch der Erhöhung des Besetzungsgrades
dienen. Langfristig wird jedoch keine Verkehrspolitik, die sich ökologisch oder nachhaltig nennen will, um die Bewirtschaftung der 60-80% leeren PW-Sitze herumkommen, selbst wenn dies massive Einschränkungen für einzelne Fahrende bedeutet. Im Rahmen des Projektes sollen durch eine ganzheitliche Betrachtung Hemmnisse identifiziert und Lösungsvorschläge erarbeitet werden.
Laufzeitbeginn: 01.01.1997
Laufzeitende: 31.03.1999
Förderung: Schweizerischer Nationalfonds zur Förderung der Wissenschaftlichen Forschung
Durchführende Institution: Data Science AG, CH-Uetliberg
http://www.datasci.ch/
Kontakt Dr.sc.techn. Christian M. Thomas
Telefon: +41 (01) / 46265-46
E-mail: cthomas@access.ch
Homepage: http://www.boku.ac.at/verkehr/icaro.htm
Datum des Eintrags: 16.01.1999
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